Park der Felsengravuren

Eine Reise zwischen Felsbildern, Archäologie, mittelalterlichen Burgen und Natur

 

Der Park der Felsbilder befindet sich auf den Gemeindegebieten von Grosio und Grosotto, im Media Valtellina, und ist das wichtigste Beispiel für die Präsenz prähistorischer Besiedelung im Valtellina. Herausragend ist der Rupe Magna, ein großer Felsen mit mehr als 5.000 Figuren die vom 4. bis zum 1. Jahrtausend v.Chr. datiert werden können. Neben der Alten Burg (Castello Vecchio) aus dem 10./11. Jahrhundert und der Neuen Burg (Castello Nuovo) aus dem 14. Jahrhundert wurden an den Hängen des Burghügels im Laufe der Jahrhunderte die für das Veltlin charakteristischen Weinterrassen errichtet.

La Rupe Magna

Der Rupe Magna trat 1966 erstmals in das kulturelle Bewusstsein und ist mit über 5.000 Felszeichen, die vom späten Neolithikum bis in die späte Eisenzeit reichen, einer der größten gravierten Felsen des Alpenraumes. Die in den Fels gravierten Darstellungen sind vielfältig und zeigen geometrische Figuren, Oranten die ihre Arme gegen den Himmel strecken, Krieger die Waffen in Händen halten oder auch Tierdarstellungen. Ein Mysterium sind die zahlreich eingeritzten Schalen („Coppelle“), da ihnen bisher keine eindeutige Funktion zugeordnet werden kann.

Castello San Faustino und Castello Nuovo

Hoch auf dem Hügel erheben sich zwei mittelalterliche Burgen.

Die Ruine der Alten Burg (Castello Vecchio) auf dem südlichen Ende wurde im 10./11. Jahrhundert errichtet. Seine heutige Erscheinung wird dominiert vom romanischen Turm der Burgkapelle, die selbst jedoch nur mehr in ihren Fundamenten erhalten ist. Die erste Phase dieser Kapelle ist bereits älter als die Burg selbst und datiert in das 7./8. Jahrhundert. Es handelte sich dabei um ein kleines Gebäude das über eine in den Fels geschlagene Doppelgrabanlage errichtet wurde. Zwischen 1350 und 1375 wurde von der Familie Visconti die Neue Burg (Castello Nuovo) erbaut um den veränderten militärisch-strategischen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Neue Burg ist mit einer imposanten doppelten Verteidigungsmauer ausgestattet und hält als letzten Verteidigungs- und Fluchtpunkt einen Bergfried im Zentrum der Anlage.

Kulturlandschaft

Neben der archäologisch-historischen Bedeutung des Ortes stellen die Hänge des Burghügels ein treffendes Beispiel des menschlichen Eingriffes in die Natur und die Landschaft des Veltliner Tales dar. Im Laufe der Jahrhunderte nach der Errichtung des Castello Vecchio, nach dem 10./11. Jh., wurde begonnen auch Terrassenanlagen aus Trockensteinmauern zu errichten, wie sie im gesamten Veltlin typisch und landschaftsprägend sind.   

Weiterführende Informationen sind auf der offiziellen Homepage des Parks zu finden.